Entgeltumwandlung
Die Entgeltumwandlung bezeichnet den Verzicht auf einen Teil des Bruttogehalts zugunsten einer Einzahlung in eine betriebliche Altersvorsorge (bAV). Statt sich einen Teil des Gehalts auszahlen zu lassen, fließt dieser Betrag direkt in einen Vorsorgevertrag – vor Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Sie ist der mit Abstand häufigste Weg, über den Mitarbeitende in Deutschland eine betriebliche Altersvorsorge aufbauen, und für Personalabteilungen eines der Themen, bei denen sich rechtliches Grundwissen direkt in der Lohnabrechnung niederschlägt. Der gesetzliche Anspruch Seit 2002 haben Arbeitnehmer:innen einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung (§ 1a BetrAVG) – bis zu einer Höhe von 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (West) in der allgemeinen Rentenversicherung. Das bedeutet: Verlangt ein:e Mitarbeitende:r die Umwandlung, muss der Arbeitgeber sie ermöglichen, unabhängig davon, ob er selbst eine bAV aktiv anbietet. Für HR-Verantwortliche heißt das: Auch wenn im Startup noch kein bAV-Anbieter ausgewählt wurde, kann die Anfrage jederzeit kommen – ein guter Grund, das Thema nicht erst bei der ersten konkreten Nachfrage anzugehen. Wie die Entgeltumwandlung finanziell wirkt Der wesentliche Vorteil liegt in der doppelten Abgabenfreiheit während der Ansparphase: Für Mitarbeitende bedeutet das: Von 100 € umgewandeltem Bruttogehalt landet – abhängig vom individuellen Steuersatz – oft nur ein Bruchteil als tatsächliche Nettoeinbuße im Portemonnaie, während der volle Betrag in die Altersvorsorge fließt. Der Arbeitgeberzuschuss – keine Kür, sondern Pflicht Ein Punkt, der in der Praxis häufig zu Nachfragen führt: Da der Arbeitgeber durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart, ist er verpflichtet, mindestens 15 % des umgewandelten Betrags als Zuschuss weiterzugeben (§ 1a Abs. 1a BetrAVG). Diese Pflicht gilt seit 2019 für neue und seit 2022 auch für bestehende Verträge. Praxistipp für die Lohnbuchhaltung: Der Zuschuss muss korrekt und nachvollziehbar in der Abrechnung ausgewiesen werden. Gerade bei mehreren parallel laufenden Verträgen oder Anbieterwechseln ist eine klare Dokumentation entscheidend, um bei Betriebsprüfungen oder Nachfragen von Mitarbeitenden sofort auskunftsfähig zu sein. Ablauf in der Praxis Relevanz für Startups und KMU Für junge Unternehmen ist die Entgeltumwandlung oft der pragmatischste Einstieg in die betriebliche Altersvorsorge: Es entstehen keine hohen Fixkosten, da die Mitarbeitenden den Großteil selbst finanzieren – das Unternehmen trägt im Kern nur den gesetzlichen 15-%-Zuschuss. Gleichzeitig ist sie ein Benefit, der bei Bewerbungsgesprächen zunehmend aktiv nachgefragt wird, besonders von erfahreneren Fachkräften. Wer als Startup hier bereits einen klaren Prozess vorweisen kann, punktet im Recruiting – ohne dass dafür ein großes Vorsorgebudget nötig wäre. Typische Fehlerquellen Kurz zusammengefasst Die Entgeltumwandlung ist der zentrale Hebel, über den Mitarbeitende in Deutschland eigenständig eine betriebliche Altersvorsorge aufbauen – steuerlich begünstigt und mit gesetzlich vorgeschriebenem Arbeitgeberzuschuss. Für die Personalabteilung ist entscheidend, den Prozess von der ersten Anfrage bis zur laufenden Abrechnung sauber und nachvollziehbar zu gestalten. Verwandte Begriffe: Betriebliche Altersvorsorge (bAV), Arbeitgeberbrutto, Sozialversicherungsbeiträge, Lohnsteuer
Altersvorsorge, betriebliche (bAV)

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist eine Form der Altersversorgung, bei der Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden zusätzlich zur gesetzlichen Rente eine Versorgungsleistung für den Ruhestand zusagen. Sie zählt neben der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Vorsorge zur “zweiten Säule” der Altersvorsorge in Deutschland. Für Startups und KMU ist die bAV heute weit mehr als eine Randnotiz im Gehaltsgespräch: Sie ist ein wirksames Instrument im Wettbewerb um Talente – und gleichzeitig ein Thema, das ohne saubere Prozesse schnell zur administrativen Last werden kann. Wie funktioniert die bAV? Grundlage ist meist die Entgeltumwandlung: Mitarbeitende verzichten auf einen Teil ihres Bruttogehalts, der stattdessen in eine Altersvorsorge eingezahlt wird. Seit 2002 haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch darauf (§ 1a BetrAVG). Der Clou dabei: Die umgewandelten Beträge sind bis zu bestimmten Grenzen steuer- und sozialversicherungsfrei. Das senkt die Abgabenlast – sowohl für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber. Die fünf Durchführungswege Das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) kennt fünf Durchführungswege, über die eine bAV organisiert werden kann: Für die meisten Startups und KMU sind Direktversicherung oder Pensionskasse der praktikabelste Einstieg, da sie sich unkompliziert über einen externen Anbieter abwickeln lassen, ohne dass im Unternehmen Pensionsrückstellungen gebildet werden müssen. Der verpflichtende Arbeitgeberzuschuss Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et Seit 2019 (bzw. 2022 für Altverträge) gilt: Arbeitgeber müssen mindestens 15 % des umgewandelten Betrags als Zuschuss dazugeben – sofern sie durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einsparen (§ 1a Abs. 1a BetrAVG). In der Praxis ist das nahezu immer der Fall. Praxistipp: Dieser Zuschuss wird in der Lohnbuchhaltung leicht übersehen, gerade wenn die bAV manuell oder über mehrere Systeme parallel gepflegt wird. Eine saubere Verzahnung von Payroll-Software und bAV-Verwaltung ist hier kein Nice-to-have, sondern schützt vor Nachzahlungen und Haftungsrisiken. Steuerliche Rahmenbedingungen (Stand 2026) Da sich die exakten Grenzwerte jährlich ändern können, lohnt sich für die Personalabteilung ein regelmäßiger Abgleich mit den aktuellen Werten der Deutschen Rentenversicherung. Warum die bAV für Startups und KMU strategisch relevant ist Gerade jüngere Unternehmen unterschätzen oft den Hebel, den eine gut kommunizierte bAV im Recruiting entfalten kann: Signalwirkung: Eine angebotene bAV signalisiert Bewerber:innen, dass das Unternehmen langfristig und verantwortungsvoll denkt – ein Pluspunkt gerade gegenüber gleich großen Wettbewerbern ohne dieses Angebot. Wettbewerbsvorteil ohne große Fixkosten: Die Grundkonstruktion über Entgeltumwandlung kostet das Unternehmen zunächst nur den gesetzlichen 15-%-Zuschuss – deutlich günstiger als viele andere Benefits. Bindungswirkung: Mitarbeitende, die in eine bAV eingezahlt haben, wechseln seltener kurzfristig den Arbeitgeber. Typische Stolperfallen in der Praxis Fehlende oder fehlerhafte Verbuchung des Arbeitgeberzuschusses in der Lohnabrechnung Unklare Kommunikation gegenüber Mitarbeitenden, wodurch das Angebot ungenutzt bleibt, obwohl ein Anspruch besteht Fehlende Dokumentation bei Anbieterwechseln oder Vertragsanpassungen, was spätestens bei Betriebsprüfungen zum Problem wird Unterschätzter Verwaltungsaufwand, wenn mehrere Anbieter parallel im Einsatz sind Kurz zusammengefasst Die betriebliche Altersvorsorge ist ein leistungsstarkes Instrument, um Mitarbeitende zu binden und das Employer Branding zu stärken – vorausgesetzt, die Prozesse dahinter sind sauber aufgesetzt. Wer die bAV von Anfang an korrekt in die Lohnabrechnung integriert, spart sich spätere Nacharbeiten und schafft Vertrauen bei der Belegschaft. Verwandte Begriffe: Entgeltumwandlung, Arbeitgeberbrutto, Sozialversicherungsbeiträge, Lohnsteuer